Als ich 1960 im Februar in Bern das Licht der Welt erblickte, freuten sich meine Eltern über ihre Erstgeborene. Dass diese mit vielen Talenten ausgestattete junge Dame, so viele verschiedene Tätigkeiten ausprobieren würde, hätten meine Eltern wohl nicht gedacht. Mein Vater führte gemeinsam mit seinem Bruder ein Metzgereiunternehmen in dem ich schon als Kind mithelfen durfte. Dass ich mich später über ein Geographiestudium, eine Ausbildung in Körpertherapie schliesslich im Coachingbereich tätig sein würde, hätten weder sie noch ich vermutet. Aber als Scanner-Persönlichkeit – den Begriff kannte ich früher auch nicht – habe ich gerne alle Facetten meiner Persönlichkeit ausprobiert.

  1. Geboren 1960: Aufgewachsen in einer Unternehmerfamilie mit Spanisch als zweiter Muttersprache. Auf mich folgten noch zwei jüngere Brüder, womit die Familie komplett war. Bereits als Kinder durften wir im Unternehmen mitarbeiten, etwa in der Backstube oder im Laden. Da meine Eltern zwar immer da waren, aber oft ziemlich beschäftigt, kümmerte sich ein spanisches Kindermädchen aus Galicien in Nordwestspanien um uns. Im Laufe der Jahre lernte unsere ganze Familie Spanisch. Im Laufe meines Lebens hat sich immer wieder gezeigt, dass ich in den meisten Unternehmen, wo ich angestellt war, etwas zu viel mitdenken wollte, nicht immer nur zu meinem Vorteil.
Ein spanisches Ehepaar und drei kleine Kinder entstanden Anfangs 1960er Jahre.
Meine spanischen ‚Eltern‘ und meine beiden jüngeren Brüder und ich in der Mitte.
  1. 1975: Freiheitsdrang mit 15 Jahren – mit den Pfadfindern nach England. Ohne Eltern, dafür mit den Pfadfinderinnen, reiste ich 1975 ins Ausland. Eine gute Erfahrung, sich allein in einem fremden Land trotz einer anderen Sprache zurechtzufinden. Während zwei Wochen bei einer englischen Gastfamilie nach dem Lager, testete ich meine Englischkenntnisse im Alltag und die liess mich von den Besonderheiten der englischen Kultur wie Spaghetti zum Frühstück und anderen Highlights überraschen. Damit habe ich wohl einen ersten Schritt getan in Richtung andere Denk- und Lebensweisen kennenzulernen.
Junge Frau mit zwei anderen Pfadfinderin in einem Pfadfinderlager in Lake District in England.
Mit 15 Jahren in einem Pfadfinderlager im Lake District in England. Ich bin die, ganz rechts mit der tollen Kombination von Hosen und Kniestrümpfen.
  1. 1979: Sushi essen bei den Japanern. Nach der Matura wollte ich erneut unbedingt auf eigene Faust etwas unternehmen. Japan, galt damals als für Frauen als sicheres Reiseland und das galt auch für Hongkong. Nach der Anreise mit der Transsibirischen Eisenbahn, drei Wochen bei japanischen Familien wagte ich mich mit meinen 19 Jahren noch eine Woche allein nach Hongkong. Ich hatte schon früh Lust genau das tun, was meine Intuition mir empfahl und legte damit schon den Grundstein, später andere Menschen zu ermutigen, ihr Leben so zu leben, dass es ihnen und ihren Talenten entspricht. Ich habe früh gelernt mich in ganz unterschiedlichen Umfeldern wohlzufühlen und das möchte ich auch andern weitergeben – es gibt immer Alternativen zu der aktuellen Lebensform.
Japanerin mit zwei kleinen Kindern.
Algensuppe zum Frühstück, rohen Fisch zum Mittagessen und das eigene Geschirr töpfern: Meine drei japanischen Gastfamilien öffneten mir die Augen für neue Lebensweisen und Hobbys.
  1. 1980: Beginn Studium an den Universitäten Bern und Freiburg. Thema für die Diplomarbeit per Inserat gefunden. Zu tun, was mir Freude macht und was ich liebe, stand schon früh im Vordergrund. Bei meinem ersten Studium quasi der ‚Vorspeise‘ habe ich als visuelle Frau in Freiburg Journalismus mit Schwerpunkt Film & Fernsehen studiert. Anschliessend startete ich mit einem Geografiestudium, wo ich gegen Ende mit einem Zeitungsinserat das Thema für eine Diplomarbeit gesucht habe. Einfach eine Arbeit für die Schublade wollte ich nicht produzieren. Es war mir wichtig, mit meiner Arbeit einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Schliesslich entstand ein Leitbild für eine kleine Gemeinde, die sich eine solche Arbeit natürlich sonst nicht hätte leisten können.
  2. 1985: Einmal rund um die Welt, mit wenig Gepäck. Meinen Mutmuskel habe ich weiter trainiert, als ich mit 25 an der Uni ein Zwischenjahr einlegte und acht Monate meist allein um die Welt reiste. Tatsächlich habe ich zirka bis New York geweint, über mein ‚verrücktes‘ Projekt. Nach 8 Monaten Reisen hatte ich gerade noch einen Rucksack mit 12 Kilogramm Inhalt, das hat mir früh gezeigt – reise generell lieber mit wenig Gepäck.
  3. 1990: Berufstart mit dem Traumjob als Redaktorin bei der hotel + tourismus revue. Obwohl meine Deutschnote im Gymnasium die Note 4 nie überschritten hat, konnte ich nach dem Studienabschluss 1990 gleich als Redaktorin bei einer Wochenzeitung angefangen, wohlgemerkt, bei der Zeitung, wo ich bereits das Inserat für meine Diplomarbeit gemacht hatte. Als eher introvertierte Person habe ich mich damals ziemlich gewundert, dass ich unter meinen Journalistenkollegen auch einige getroffen habe, die ebenfalls eher schüchtern und introvertiert waren. Natürlich, als Redaktorin hat man überall Zugang zu der ganzen Branche. Wir waren selbst an den Managementseminaren der Tourismusdirektoren willkommen.
Meinen Berufsstart als Tourismusjournalistin war 1990 bei der hotel + tourismus revue.
  1. 1990: Unterstützung von aussen. 1990: Angesichts meiner etwas anspruchsvollen Familie war ich froh, mit der inzwischen verstorbenen spirituellen Lehrerin Elisabeth Bond jemanden an meiner Seite zu haben, der mich begleitete, wenn es wieder einmal allzu anspruchsvoll wurde. So habe ich auch gelernt, Ereignisse aus ganz verschiedenen Perspektiven zu betrachten: Eine Kündigung kann man negativ sehen oder als eigenen inneren Entscheid für einen neuen, noch besser passenden Arbeitsplatz.
  1. 1996: Start in die Selbständigkeit als Fachjournalistin. Trotz Traumjob als Redaktorin, die anschliessende Tätigkeit als freie Fachjournalistin mit mehr Freiheit und weniger Gruppendynamik hat mir noch besser entsprochen. Die damals vor allem von Männern dominierte Gruppendynamik in einer Redaktion war eh nicht so mein Ding. Ausserdem packe ich neben dem Schreiben gerne auch konkrete Projekte an. So habe ich später mit meinem Partner u.a. einen Messeauftritt über sanften Tourismus gestaltet oder eine Ausstellung für einen internationalen Kongress zum Unesco Programm Man and Biosphere.
  1. 2001: Tolles Geburtstagsgeschenk mit Folgen: Tochter mit 41 Jahren. Ab 2001 habe ich nach der Geburt unserer Tochter alles mit erlebt, was Frauen auch heute noch ärgert: die mässig organisierte Kinderbetreuung, in der Schweiz, die Mütter in den Wahnsinn treiben kann, Mobbing in der Schule etc. Damit habe ich auch jede Menge Verständnis für Frauen, die sich zwischen Beruf und Kindern organisieren müssen. Obwohl ich nicht viel Geld hatte, war es mir wichtig, dass meine Tochter Skifahren lernte und und sind wir alljährlich in die Skiferien gefahren. Ein Kind gibt einem glücklicherweise auch ein wunderbares Alibi, sich jederzeit zu amüsieren.
Viel Humor gehört für mich immer zum Leben und mit einem Kind hat man das ideale Alibi sich zu vergnügen. Damit hat man eine Langzeit ‚Licence to laugh‘ und zum Blödeln.
  1. 2006: Nicht ganz einfache Zeiten. Die Trennung vom meinem damaligen Partner und mein Ausstieg aus dem gemeinsamen Pressebüro war eine Grenzerfahrung. Aber nach mehr als 15 Jahren in der Tourismusbranche, kam der Branchenwechsel für mich genau richtig. Ich hatte mich schon vorher etwas neu orientiert und freute mich auch eine andere Branche ohne permanente Ausrichtung auf Umsatz, Marketing und Inszenierung zu starten. Seit längerem hatte ich eine Ausbildung als Körpertherapeutin abgeschlossen. Gleichzeitig hatte ich das Glück, dass meine Mutter mich als alleinerziehende Mutter vor allem moralisch unterstützt hat, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Aus dieser Trennung habe ich viel gelernt und unterstütze mit meinen Erfahrungen auch gerne Frauen in der ähnlichen Situationen.
  1. 2009: Ethik in der Medizin – mein neues Berufsfeld. Mehr als vier Jahre war ich bei der medizinischen Ethikkommission des Kantons Bern tätig. Diskussionen über ethische Themen und über die Gesundheitspolitik gehörten zum interessanten Alltag. Aber nach vier Jahren war für mich ein Wechsel fällig. Wenn ich nichts mehr lernen kann, dann bin ich unzufrieden und werden unaufmerksam. Ich finde ich das eine sehr gesunde Eigenschaft. Es braucht zwar jeweils Energie sich in ein neues Gebiet einzuarbeiten, aber das ist oft viel energiesparender als eine eintönige Arbeit weiterzumachen. Deshalb empfehle ich auch Klienten mutig einen Berufswechsel anzupacken.
  1. 2013: Als ‚Financial Officer‘ am Institut für Sozial- und Präventivmedizin an de Universität Bern war ich für richtig grosse Geldsummen verantwortlich, aber da ich das Wirtschaftsgymnasium absolviert habe und immer wieder mal zuständig war für Finanzen, fiel mir das leicht. Die Themen Geld und Finanzen hat mich auch immer interessiert. Die spannende Stelle bot mir viele spannende internationale Kontakte und viel neues Finanz-Knowhow. Was weniger entsprochen hat, war das Konkurrenzdenken und die starke Ausrichtung der Wissenschaftler auf das Publizieren an der Universität.
  1. 2017: Vollbad in Entwicklungshilfe. Mehr Teamspirit und Sinn für Ethik erlebte ich bei meinem nächsten Job, bei Brücke – le pont,einer kleinen, dynamischen Organisation im Bereich Entwicklungs-zusammenarbeit in Freiburg mit vorwiegend weiblichen Mitarbeiterinnen. Nachhaltigkeit und FairTrade liegen mir am Herzen, aber hier erlebte ich auch die Grenzen im Rahmen der heutigen Wirtschaft. Trotzdem bleibt mir die Erfahrung einer gute Zusammenarbeit auf Augenhöhe auch mit französischsprachigen Kolleginnen und ihrer entspannteren Kultur in bester Erinnerung.
Dunkle Reiter auf Pferden im Wald
Keine Jugend ohne ‚Herr der Ringe‘: 2017 beehrten meine Tochter und ich per Flixbus den Tolkien-Tag in Geldern. Eine kleine, aber lohnende Expedition von der Schweiz aus.
  1. 2018: Kommunikation und Coaching-Knowhow vertieft. Aufbauend auf meiner Körpertherapie-Ausbildung habe ich am Institut PEA in Bern eine ziemlich intensive Coaching-Ausbildung absolviert und mir damit neben dem Bereich Körpertherapie mehr Knowhow im Bereich Kommunikation geholt, eine wertvolle Erfahrung. Seit einigen Jahren habe hobbymässig auch fotografiert und die Bilder mit Photoshop weiter bearbeitet.
  1. 2018: Nicht mutig genug für die Selbständigkeit? Ich war anschliessend noch bei zwei weiteren Arbeitgebern tätig. Aber eigentlich war schon damals klar, dass ich mich selbständig machen sollte. Meine Tendenz viel zu hinterfragen und der Wille mitzudenken ist nicht in allen Unternehmen gefragt.
  1. 2001: Start mit Social Media. Ohne Vorkenntnisse habe ich im März 2001 den Masterkurs bei Katrin Hill gebucht und mich in die Social Media Szene gestürzt. Gleichzeitig habe ich dabei mein Wissen über Persönlichkeitsentwicklung zum Beispiel die Arbeit mit persönlichen Stärken (z.B. ClifftonStrengths Finder) oder mit Human Design erweitern und kann meine Klienten auch in diesen Bereicher wertvolle Inputs geben. Die eigenen Stärken wirklich gut zu kennen, sehe ich heute als ein wichtiges Instrument im Coaching.
Violett gelbe Tasse mit meinem wichtigsten Talente nach dem Cliffton Strenghts Finder-Test aufgedruckt.
Das sind meine wichtigsten Stärken, gemäss dem Cliffton 34 Talente-Test.
  1. Heute: Begeisterte Botschafterin für Innere Weisheit und Lebensfreude. Seit Anfangs Jahr geniesse ich den Support der ‚The Content Society‘ von Judith Peters, um einen Blog aufzubauen und weiterhin mein Coaching und meine Schreibtätigkeit zu verbinden. Wie mein Titel zeigt, werde ich noch vermehrt versuchen, meine auch meine Erfahrungen in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität einfliessen zu lassen.
Frau in gelbem T-Shirt auf einem Sofa auf dem Balkon.
Neugierig, was man noch alles anpacken könnte – aber inzwischen auf dem Balkon am Relaxen.

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