Obwohl bei mir als Coach und Körpertherapeutin innere Werte natürlich im Vordergrund stehen, muss ich gestehen, dass ich mich auch gerne mal mit Modefragen beschäftige. Einerseits liegt hier ein für unser Selbstbewusstsein ein nicht zu unterschätzender Faktor. Aber um ein passendes Outfit zu finden, laufe ich mir die Füsse wund.

Steht der Wechsel der Jahreszeit an, werfe ich gerne einen längeren Blick in meinen Kleiderschrank. Was würde ich in der kühleren Jahreszeit mit Vergnügen tragen? Was würde meine Persönlichkeit optimal unterstreichen? Worin werde ich mich attraktiv und gleichzeitig pudelwohl fühlen? Für die Teile, die ich definitiv nicht mehr tragen werde, ist es jetzt Zeit, sie bald in einen Secondhand-Laden zu bringen, damit sie bald den Kleiderschrank von jemand anderem ergänzen können.

Kleiderschrank aufpeppen

Beim Blick in den Kleiderschrank stelle fest, dass mir neben meinen Basics, ein zwei Tops in einer neuen Farbe und vielleicht ein Kleid oder eine Hose fehlen. Leider beginnt damit meist ein mühsamer Prozess. Obwohl die Kleiderläden proppenvoll mit Ausverkaufs- und neuer Ware sind, verliere ich unglaublich viel Zeit damit etwas Passendes zu suchen. Der Aufwand, die Stecknadel im Heuhaufen zu finden, ist zu gross.

Einöde für Frauen über 50

Optimistisch habe ich mich wieder einmal aufgemacht. Für mein Selbstbewusstsein ist es einfach kein Aufsteller durch verschiedenste Kleidergeschäfte zu besuchen, mit einem bescheidenen Erfolg. Selbstverständlich ist die Kleidung nur der äussere Ausdruck, trotzdem tut es gut, ohne zig-Webseiten zu sichten, passende Kleider, vielleicht sogar in verschiedenen Farben ausser schwarz zu finden.

Den Modedesigner sind im Tiefschlaf

Für die meisten Modedesigner scheinen Frauen über 50 ganz klar nicht zu ihrer Zielgruppe zu gehören. Als ob das kein Markt wäre. Was ich für meine Altersgruppe finde, sind Kleider mit übergrossen Blumenmuster, seltsamen Knopfleisten, ungünstigen Halsausschnitten, überlangen Ärmeln und unvorteilhaft fallenden Stoffen. Wenn ich ausnahmsweise einmal ein tragbares Kleid in der richtigen Länge finde, fühle ich mich wie eine Schatzsucherin, die eine Perle gefunden hat.

Weniger Fehlkäufe dank ‘Weiterbildung’

Ich lasse mich seit einiger Zeit gerne von der Modeflüsterin Stephanie regelmässig über Modetrends auf dem Laufenden halten. Dank mehr Mode-Know how ist mein modisches Selbstbewusstsein gewachsen. Ich weiss jetzt, dass nicht ich und mein Körper das Problem sind, sondern, dass es durchaus Kleidungsstücke gibt, in denen ich attraktiv aussehe und ich mich wohlfühle. Und die Quote von Fehlkäufen ist gesunken. Nach meinem Stadtbummel muss ihr recht geben. Wenn die Kleidermarken mir etwas verkaufen möchten, müssen sich die Modedesigner noch etwas einfallen lassen. Es gibt Berge von anscheinend unverkäuflichen – nachhaltig ist das kaum – aber für meine Bedürfnisse gibt es weder Kleider noch Hosen.

Zu guter Letzt – dem eigenen Körper anpassen

Aber damit nicht genug. Am Schluss meldet sich noch meine Perfektionisten-Seele: Die Länge der Kleider muss man für eine optimale Wirkung fast immer an den eigenen Körper angepasst werden. Tröstlich: Das ist auch bei jungen Frauen nicht anders, die langen Beine und Grösse 36 haben eben schon vor allem die Models auf dem Laufsteg.

Aufgewachsen mit zwei Brüdern, hat mir eigentlich niemand den Spass an der Mode weitervermittelt, meine Mutter war da bereits ein paar Hausnummern weiter und hatte nur hin und wieder Zeit mich in diesem Bereich zu unterstützen. Dafür habe ich jetzt Spass daran, meiner Tochter den Spass an der Mode und an einer vergnügten Weiblichkeit weiterzugeben.

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