Ausnahmsweise habe ich Ostern nicht zu Hause verbracht. Nach dem anspruchsvollen Kickstarter-Kurs bin ich reif für ein paar Ferientage. Der Gardasee ist nicht meine Wahl, aber unsere Tochter lädt uns ein und entscheidet daher, wohin es diesmal geht. Das Autofahren bleibt allerdings noch in meiner Verantwortung. Im Rückblick bin ich begeistert: Tolle Landschaften, spektakuläre Sehenswürdigkeiten, viel Outdoor-Spass. Nein, richtig verrückt waren wir nicht an Ostern an den Gardasee zu fahren, abgesehen von ein, zwei kleineren Staus hält sich das im Voraus befürchtete Stauproblem in Grenzen.

So sieht das Material aus, wenn zwei studierte Geografen mit Tochter nach Italien fahren. Die Bibliothek hat geliefert. Alle haben die Bücher studiert und ihre Wünsche angekündigt.

Normalerweise bleiben wir an Ostern eher zu Hause. Der bekannte Gotthard-Stau & Co. lassen uns lieber die heimische Wohnung geniessen oder Ausflüge in die Umgebung machen. Aber diesmal wollen auch wir in den Süden. Meine Tochter träumt schon länger vom Gardasee (http://www.gardasee.de). Dann wollen wir doch einmal nachschauen, ob sich der Trip in den Süden lohnen kann. Einigermassen schlau sind wir am Karfreitag um 6.00 Uhr aufgebrochen, tatsächlich ist auf den Schweizer Strassen noch nicht viel los und da wir den Gotthard umfahren und über den Simplon in den Süden reisen, sehen wir auch keinen Stau.

Langsam geht es auf der Autobahn A6 gegen Süden und dann rund um Mailand und schliesslich auf der inzwischen doch ziemlich belebten Autobahn Richtung Venedig. Kurz nach 15.00 Uhr treffen wir in der Appartmentanlage in Moniga del Garda ein und besichtigen unsere 2-Zimmerwohnung, deren Highlights die gedeckte Terrasse und der wunderschöne Blick auf den Gardasee sind. Ausserdem sind wir bloss fünf Minuten Fussdistanz vom Spazierweg am See und von der Schiffstation. Moniga hat noch mehr zu bieten, nämlich eine Burgruine, in deren Innenhof heute zweistöckige Häuser untergebracht sind und wo hinter Burgmauern gegen 100 Menschen wohnen.

Eine der Highlights am Gardasee – die Burg von Sirmione, gleichzeitig Tor zur Halbinsel.

Unser Reiseprogramm, wie es schliesslich aussah

  • Karfreitag: Anreise nach Moniga
  • Samstag: Ausflug nach Salò und Limone
  • Ostersonntag: Ausflug nach Verona – Julia ist leider total ausgebucht
  • Ostermontag: Rundfahrt um den See über Limone – Riva – Gardone – Malcesine – Garda – Lazise und zurück nach Moniga
  • Dienstag: Nachmittags ausruhen, Abends nach Sirmione zur Besichtigung des Städtchens, der Burg und zum Abendessen
  • Mittwoch: Rückfahrt über Brescia und Bergamo, sowie die eingeplante kurze Besichtigung des Gotthard-Staus

Gleich vor unserer Haustür – die schöne Stadt Salò

Unser Ausflug führt uns am Samstag in die sehr attraktiv gelegene Stadt Salò, die einerseits interessante Shoppingmöglichkeiten bietet, aber auch Fährverbindungen über den See. Nicht ganz einfach wird es einen Parkplatz zu finden, aber der wunderschöne Spaziergang dem See entlang und kühlende Gelatis, lassen den Aufwand rasch vergessen.

Nachdem wir uns von der Reise – immerhin doch insgesamt rund 9 Stunden – erholt haben, sind wir am ersten Tag unternehmungslustig und fahren über die Gardesana Occidentale – Strasse, die an der Westküste des Sees nach Norden verläuft. Wir besichtigen das schöne Städtchen – praktisch unser Nachbarort – Salò spazieren am Lungolago, sehen die Fähre von eintreffen.

Wunderschönes Wetter und ein bisschen Wind kräuselt die Wellen.

Limone und seine Limonaia

Es würde nicht schwerfallen in Salò in den schicken Geschäften den ganzen Nachmittag zu vertrödeln und seine Modewünsche zu erfüllen, aber wir möchten ja noch etwas weiter kommen und das schöne Wetter noch etwas geniessen.

Die Strasse, über die James Bond in „Quantum Solace“ gerast ist, wird erst im Mai 2022 wieder eröffnet, dafür sind wir zu früh hier. Aber die tunnelreiche Strasse bis Limone ist auch so spektakulär genug und hält mich als einzige Lenkerin etwas in Atem. Aber Limone del Garda, das sich am Steilhang mit seinen Zitronengärten bis hinunter an den See zieht, ist wirklich einen Ausflug wert. Ganz abgesehen von den vielen Zitronen-Mitbringseln. Hier wurden gut geschützt Zitronen angebaut, bevor die Sizilianer mit ihrem noch besseren Klima dem Geschäft ein Ende setzen.

Verona – immer einen Abstecher wert – aber Julia war ausgebucht

Verona ist eine wunderschöne Stadt und immer eine Reise wert. Da haben sich wohl auch noch ein paar andere Touristen gedacht, die wir dann am Ostersonntag in Verona getroffen haben. Kein Problem. Es gab genug Kapazitäten, um etwas Leckeres zu essen, aber zu Julia konnte man an diesem Tag ohne Voranmeldung natürlich nicht vorstossen.

Gewagte Seeumrundung

Man war sich nicht einig, ob eine Seeumrundung am Ostermontag, in Italien ‚Pasquetta“ – „kleine Ostern“ genannt, nicht ein allzu ehrgeiziges Ziel sei. Aber wir haben es dann doch gewagt und wurden erst am Abend eines Besseren belehrt. Diesmal tranken wir den ersten Kaffee in Riva ganz oben (im Norden) des Gardasees, wo sich wirklich schon Steilhänge erheben. Tatsächlich eine sehr reizvolle Gegend, dicht bevölkert von Radfahrern, die die Strecke am See entlang auf tollen Stecken geniessen.

Highlight – Punta St. Vigilio

Ob es der schönste Ort der Welt ist – so der Reiseführer – kann vielleicht bezweifelt werden. Aber wunderschön ist der Ort natürlich bei schönem warmen Wetter schon und wir finden einen schönen Platz auf der Aussichtsplattform. Weiter draussen legen teure Yachten an und vermutlich kann man sich hin- und zurückbringen lassen.

Lazise – toller Lungolago

Nach dem Abstecher in die romantische Punta St. Vigilio geht es ins Olivenöl-Museum Oleficio Cisano in Bardolino, wo sonst eher Weinanbau im Vordergrund steht.

Dann geht es weiter nach Lazise, mit einer intakten Stadtmauer und vielen historischen Gebäuden und einem attraktiven Lungolago, den wir geniessen. Nicht weit von hier wäre der Parco Termale del Garda gelegen, ein offenes natürliches Thermalbad zu besuchen, aber im Sommer lockt uns der See mehr. Aber generell bietet die Region für Liebhaber von Thermen einiges.

Schöner Lungolago in Lazise mit tollem Sonnenuntergang.

Obwohl ich im Voraus nicht so begeistert war vom Plan, eine Woche am Gardasee zu verbringen, hat sich der Abstecher gelohnt und wir haben es genossen und längst nicht alles Sehenswerte gesehen, dafür war die Lage unserer Ferienwohnung zu attraktiv.

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