Ich nehme auch im Mai wieder an 12 von 12, dem traditionsreichen Blogformat teil. So erfährst Du regelmässig, was bei mir so läuft. Diese Woche stand ganz im Zeichen meines Lieblings-Besuchers und am Donnerstag, 12. Mai stand ein Ausflug ins Tessin auf der ‚To Do‘-Liste, mit einem Abstecher nach Zürich auf dem Heimweg.

Schon vor vier Jahren hatten wir einen Besuch des mit 57 Kilometer immer noch längsten Eisenbahntunnels der Welt, des Gotthard-Basistunnels geplant, aber schliesslich hatte es damals aus gesundheitlichen Gründen nicht geklappt.
Also hatte ich erneut bei der Gemeinde bereits zwei Tageskarten (CHF 48.-) gekauft und wir haben den 7.00 Uhr-Zug in Bern Richtung Süden bestiegen, um diese technologische Neuerung zu entdecken. Zwei Stunden später erreichten wir bereits den Eingang des Tunnels. Der Schaffner erklärte uns neugierigen Reisenden, dass auf dem Bildschirm angezeigt werde, wann wir in den 57 Kilometer langen Tunnel einfahren und mit welcher Geschwindigkeit wir reisen. 210 Km/h war also diesmal die Maximalgeschwindigkeit.

Eine weitere Stunde später, um 09.58 Uhr, waren wir bereits in Lugano und spazierten durch die hübsche Altstadt auf der Suche nach einem Café. Aber bevor wir das passende Kaffeehaus fanden, standen wir bereits vor der Kirche S. Maria degli Angioli in der Nähe des Luganersee, mit tollen Fresken an den Innenwänden.

Freskenmalerei aus der Renaissancezeit.
Das berühmteste Renaissancefresko der Schweiz von Bernardino Luini stammt aus dem Jahr 1529 und zeigt die ‘Leidensgeschichte und Kreuzigung Christi’. Auch mein muslimischer Begleiter ist beeindruckt von der künstlerischen Qualität.

Nicht weit von der Kirche entfernt erwartete uns das neue Museum MASI (Museo d’Arte della Svizzera Italiana) – Kunstmuseum der italienischen Schweiz. Obwohl das erst 2015 gegründete MASI bereits zu den meistbesuchten Kunstmuseen der Schweiz gehört, entschieden wir uns angesichts der sommerlichen Temperaturen dazu, auf einen Besuch zu verzichten.

Endlich fanden wir, mit dem ‘Grand Café del Porto’ – der Hafen ist allerdings ziemlich weit weg, doch noch ein passendes Café, um uns nach der Zugreise zu stärken und die Atmosphäre in der Altstadt von Lugano zu geniessen.

Anstelle des MASI entschieden wir uns das Hermann Hesse Museum in Montagnola zu besuchen, das 2022 den 145. Geburtstag von Hesse feiert. Nach einer fast gescheiterten Suche nach der Postauto-Haltestelle hinter dem Bahnhof und
20 Minuten Fahrt durch die hügelige Landschaft mit traumhaft vielen Palmen stiegen wir etwas müde in Montagnola aus.

Das Haus, wo Hesse viele Jahre gewohnt hat, steht neben dem Museum.

Im Museum wird ein interessanter Dokumentarfilm über die 42 Jahre, in denen Herrmann Hesse seinen Lebensmittelpunkt in Montagnola bei Lugano hatte, gezeigt. Er basiert auf dem Buch der Direktorin des Museums und der Stiftung, Regina Bucher. Diesmal haben wir zu wenig Zeit, die empfohlene Wanderung mit elf Stationen, die rund drei Stunden dauert, zu machen. Sie führt zu den Wohnorten von Hesse, zu Lieblingsplätzen in der Umgebung und zu seiner Grabstätte.

Hesse hat die Region, in der er von 1919 bis 1962 über vierzig Jahre gelebt hat, auch in Gemälden festgehalten.

Wir fahren mit dem Postauto zurück in die Stadt. Es ist 13.45 Uhr und wir haben nun vor allem eines: Hunger! Mit viel Glück finden wir im bereits schliessenden Dachrestaurant von Coop noch einen leichten leckeren Gemüseteller. Wir geniessen noch ein bisschen Lugano, obwohl es langsam richtig heiss wird.

Um 15.00 Uhr sind wir bereits wieder auf dem Intercity nach Zürich und rasen durch den Gotthard-Basistunnel – 45 Minuten kürzer ist die Reise von Lugano nach Zürich deswegen – die Fahrt dauert deshalb bloss noch zwei Stunden.

Ich war wegen Corona auch länger nicht in Zürich. Aber jetzt ist es toll, überall bieten die Restaurants Sitzplätze draussen an. Wenn das Wetter stimmt, so wie jetzt, ist das perfekt. Bereits in Zürich eingetroffen, trinkt man bei sommerlichen Temperaturen im Schatten der Altstadthäuser an der Limmat einen Tee.

Fischessen im Restaurant Fischerstube.
Wir spazieren etwas durch Zürich und profitieren dann von unserer Tageskarte, die auch das Tramnetz von Zürich einschliesst, und lassen uns zum Zürichhorn transportieren, wo sich wegen der sommerlichen Hitze am See halb Zürich trifft. Wir gönnen uns ein Platz am See in einem schönen Restaurant und essen etwas Leckeres – immerhin haben wir uns länger nicht gesehen.Das Restaurant Fischerstube am See ist ausgebucht, so essen wir mit toller Sicht drinnen.
Ganz Zürich scheint sich an diesem Abend am See zu erholen und abzukühlen.

Wir müssen nur noch pünktlich um 21.00 Uhr den Intercity besteigen und sind nach dem ziemlich ausgefüllten Tag nach 55 Minuten Zugfahrt in Bern und ziemlich reif fürs Bett.

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